Portrait des Captains der Schweizer Padel-Nati der Frauen: Michelle Syfrig


„Ich freue mich auf alles was noch kommen wird in den nächsten Jahren!“

STECKBRIEF: Name: Michelle Syfrig, Jahrgang: 1983, Nati: Seit 2010, rund 30 Länderspiele, Lieblingsessen: Vietnamesische Nudelsuppe, Sportliches Vorbild: Nadal

„Auf Padel bin ich 2010 per Zufall gestossen. Auf Facebook hatte ich gesehen, dass in Unterengstringen ein neuer Platz eröffnet wurde. Damals ging ich mit Tenniskollegen eine Runde spielen, die den Sport schon kannten.  Gleich von Anfang an hatte ich sehr viel Spass an diesem neuen Sport. Mir gefällt insbesondere bis heute, dass man Padel immer zu Zweit spielt, dass es etwas lockerer zu und her geht und der Fun-Faktor sehr hoch ist.

Auch mein Weg ins National-Team war vom Zufall geprägt. 2010 war die Schweiz zur WM-Teilnahme in Mexiko berechtigt. Wir stellten ein Team aus Ex-Tennisspielerinnen zusammen. Eigentlich spielten wir damals im Vergleich zu heute einfach Tennis auf einem Padelplatz. Die WM in Mexico war eine sehr tolle Erfahrung, auch wenn wir gegen traditionelle Padel-Nationen wie Spanien, Argentinien oder Brasilien absolut keine Chance hatten.

Michelle, getragen vom Frauen-Padel-Nati-Team an der WM 2010 in Mexico.

Seit diesen ersten Schritten gab es im Frauen-Team der Nati Höhen und Tiefen. Wir kamen ja ursprünglich fast alle aus einem Einzelsport und bildeten nur jeweils an den EMs und WMs ein Team. Da trafen viele Charaktere, Ziele und Wünsche aufeinander, die nicht immer alle unter einen Hut zu bringen waren. Ich sehe es denn auch heute als eine meiner Hauptaufgaben als Captain, für einen guten Zusammenhalt und eine gute Stimmung zu sorgen. Ich denke, hier haben wir viele Fortschritte gemacht.

Es ist mir auch wichtig, dass wir an einer EM oder WM nicht zu verbissen werden, locker bleiben, auch wenn wir natürlich topmotiviert sind, um ein super Resultat zu erzielen. Schliesslich obliegt mir auch die Aufstellung der Teams und das Socialising mit anderen Nationen und deren Captains.

„Man sieht, dass sich da etwas entwickelt.“

An unserem letzten Event mit der Nati, der WM-Quali in Belgien 2016, konnten wir uns leider nicht qualifizieren und verloren die entscheidenden Partien gegen Belgien. Im Vergleich mit den Teams unserer Nachbarländer sind wir in der Schweiz ein kleiner Player mit – leider – nur wenigen Standorten. Die Bekanntheit des Sports ist noch ziemlich gering. Aber wir haben einen super Schweizer Padel Verband, Swiss Padel, welcher in den letzten zwei Jahren sehr viel Freiwilligenarbeit geleistet hat. Man sieht, dass sich da etwas entwickelt und es konnte schon einiges bewirkt werden.

Das Nati-Team der Frauen 2016, neu ausgerüstet von Head, mit Captain Michelle Syfrig (unten rechts).

Unser Nati-Team spürt das auch. Wir werden unterstützt durch Sponsoren wie Head (Kleider- und Racketsponsor), weblink (finanzielle Unterstützung) und med&motion (topmoderne Trainings- und Physio-Möglichkeiten). Des Weiteren gibt es neu eine finanzielle Beteiligung an unsere Trainings mit professionellen, spanischen Trainern, eine Zusammenarbeit mit dem Padel-Club in Unterengstringen, wo wir gratis trainieren können und vieles mehr. Ich freue mich auf alles was noch kommen wird in den nächsten paar Jahren!

Mit meinen Nati-Kolleginnen möchte ich stets unser Niveau verbessern . Wenn sich die Schweizer Frauen für jede EM und WM qualifizieren könnten, wäre das ein sehr grosser Erfolg. Voraussetzung dafür wären Trainingscamps in Spanien, aber auch mehr Trainingsmöglichkeiten bei uns in der Schweiz mit Padel-Coaches, Hallenplätze für das Spielen im Winter, usw.. Etwas mehr Konkurrenz unter den Damen wäre auch schön . Motivierte Padelspielerinnen sind bei uns jederzeit herzlich willkommen!“