Interview mit Andreas Näf, Captain der Schweizer Padel-Nationalmannschaft


„Ich sehe eine grosse Entwicklung und viel Potenzial.“

STECKBRIEF: Name: Andreas Näf, Jahrgang: 1992, Nati: Seit 2015, rund 10 Länderspiele, Lieblingsessen: Spätzli mit einem panierten Plätzli, Padel Vorbild: Paquito Navarro, weitere Vorbilder: Roger Federer und meine Brüder

Seit wann spielst Du Padel und wie bist Du auf diesen Sport gestossen?
Ich spiele seit 2015 Padel. Mein Bruder hat mich zu einer Trainingssession mitgenommen und danach hatte Tennis nur noch zweite Priorität.

Was gefällt Dir am meisten am Spiel?
Die Vielfalt. Im Padel sind diverse Können gefragt. Das Auge den Ball einzuschätzen, der Touch, das Spielverständnis sowie der Spielwitz. All diese Eigenschaften machen mir enorm Freude und Spass.

Wie war Dein Weg ins National-Team?
Als ich im Sommer 2015 meine ersten Padelspiele bestritt, durfte ich sogleich im November 2015 mit der Schweizer Nationalmannschaft an die Europameisterschaft in Holland. Diese Erfahrung prägte mich sehr und ich kriegte Lust auf mehr erfolgreichen und internationalen Padel. Mit der Übernahme der Nr. 1 in der Padel-Schweiz, wurde mir im Jahr 2017 das Captain-Amt angeboten. Ohne zu zögern, willigte ich ein. Für mich ist es eine grosse Freude die Schweiz an internationalen Anlässen zu vertreten und unser Können unter Beweis zu stellen.

Andy (untere Reihe, 2 v.l.) mit der Schweizer Padel-Nationalmannschaft an der WM-Quali 2016 in Frenkendorf.

Wie hast Du die Entwicklung des Teams erlebt, seit Du dazu gestossen bist?
Padel in der Schweiz wird grösser und lebt. An meiner ersten Europameisterschaft hatten wir nicht viel dagegenzusetzen. Jedoch denke ich, dass wir heute ein Team sein können, welches Probleme für andere Länder verursacht. Somit sehe ich eine grosse Entwicklung und viel Potenzial. Um jedoch das volle Potenzial unserer Padelspieler in der Schweiz nutzen zu können, bräuchte es eine angemessene Padelhalle.

Was ist Deine Rolle und was sind Deine Aufgaben als Nati-Captain?
Als Nati-Captain hast du zu koordinieren. Du entscheidest mit dem Verband, welche Spieler in Erwägung gezogen werden. Diese müssen natürlich dauernd informiert werden und auf den neusten Stand gebracht werden. Eine spezielle Rolle im Team ordne ich mir nicht zu. Wir wollen gemeinsam Erfahrungen sammeln und zusammen weiterkommen und wachsen.

Wie schätzt Du den Vergleich mit den Nationalmannschaften unserer Nachbarländer ein?
Momentan hinken wir hinterher. Doch wird sich Padel in der Schweiz so rasant weiterentwickeln, habe ich Hoffnung, dass wir in die Nähe unserer Nachbarländer kommen.

Was war der letzte Event mit der Nati? Wie lief es?
Der letzte Event war die WM-Qualifikation in Frenkendorf, Basel. Für mich war es ein guter Erfahrungswert, jedoch für die Schweiz eher enttäuschend. Einen Sieg gegen Monaco konnte man feiern, jedoch wurden klare Niederlagen gegen Österreich und Frankreich kassiert.

Andy (1. v.l.) im Sommer 2017 an einem FIP500-Turnier, welches er mit Javi Clar gegen andere WPT-Top-Spieler auf Mallorca gespielt hat.

Was sind wichtige Termine für die Nati in Zukunft? Was sind die Ziele?
Die Nati hat Mitte November eine weitere Europameisterschaft in Portugal. Ziel ist es, den anderen Länder Steine in den Weg zu legen und eventuell die eine oder andere Partie zu gewinnen. Ein weiteres Ziel der Nationalmannschaft wird die Qualifikation für die nächste Weltmeisterschaft sein.

Was möchtest Du mit der Nati längerfristig erreichen? Was ist dafür nötig?
Ich will die Padel-Schweiz und die Nationalmannschaft vergrössern und verbessern. Der Level muss und soll steigen. Nur so können wir mit anderen Ländern mithalten. Für dieses Unterfangen ist sicher eine Halle in der Umgebung Zentral- und Ostschweiz nötig. Die Schweizer Padelspieler erleben jeden Herbst und Winter einen langmonatigen Unterbruch. Dies haben andere Länder nicht. Können wir ein ganzes Jahr durchtrainieren, steigt der Level automatisch an.

Was wünschst Du Dir für Padel in der Schweiz ganz allgemein?
Ich wünsche mir für die Padelschweiz am liebsten per sofort eine Halle und längerfristig mehrere überdachte Padelplätze. Weiter will ich, dass der Padelsport bekannter und grösser wird. Nur so können wir Sponsoren und Investoren ansprechen.

Gibt es etwas, dass Du sonst noch erwähnen möchtest?
Probiert Padel aus und Ihr werdet süchtig!

Merci, Andy! Dir und dem ganzen Team viel Spass und Erfolg in Portugal.